26.03.2015

SPD-Kreistagsfraktion für Fahrplan zur Barrierefreiheit

Bild: Haltestelle Bischofswiesen
Bei einem Treffen in Piding haben sich die Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion mit der Bestandserhebung zur Barrierefreiheit von Haltepunkten und Bahnhöfen im Berchtesgadener Land beschäftigt. Sie forderten einen konkreten Fahrplan für die Umsetzung von baulichen Maßnahmen und übten scharfe Kritik an dem Rückzieher der Bayerischen Staatsregierung bei ihrem Versprechen, den gesamten öffentlichen Raum in Bayern bis 2023 barrierefrei zu gestalten.

Der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion Hans Metzenleitner stellte zunächst die von der Firma BPR erstellte Studie zur Barrierefreiheit im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Landkreis vor. Es sei bereits vorher klar gewesen, dass es bei den allermeisten Haltepunkten und Bahnhöfen im Berchtesgadener Land an der barrierefreien Gestaltung fehlt, so der Bischofswieser Gemeinde- und Kreisrat. Allerdings seien mit der neuen Untersuchung die Defizite vollständig benannt und auch Prioritäten für bauliche Maßnahmen vorgeschlagen worden. Die einzelnen Gemeinden sollten sich jetzt möglichst schnell mit der Liste der erforderlichen Verbesserungen beschäftigen und eigene Schwerpunkte setzen, meinte Hans Metzenleitner.

Sein Stellvertreter Roman Niederberger aus Piding sprach sich dafür aus, zügig zu einer konkreten Planung für die einzelnen Maßnahmen im gesamten Kreis zu kommen. Nach dem nun erfolgten Beschluss des vorgelegten Berichts durch den Ausschuss für Landkreisentwicklung müssten die nächsten Schritte folgen.„Wir brauchen einen konkreten, zwischen Gemeinden und Kreis abgestimmten Fahrplan für die barrierefreie Gestaltung des gesamten ÖPNV in unserer Region“ forderte er.

Seine Fraktionskollegin Margitta Popp erinnerte daran, dass die barrierefreie Gestaltung von Bus und Bahn nicht nur Menschen mit Behinderung zugute kommt. Die seit vielen Jahren in der Seniorenarbeit engagierte Stadt- und Kreisrätin aus Freilassing sah auch für ältere Menschen und Familien mit Kindern einen echten Fortschritt durch entsprechende Maßnahmen.

Enttäuscht zeigten sich die SPD-Kreisräte von dem Rückzieher der Bayerischen Staatsregierung bei der Zusage, bis 2023 den gesamten öffentlichen Raum in Bayern barrierefrei zu gestalten. „Eines ist klar: die notwendigen Baumaßnahmen werden weder einfach noch billig; die Studie von BPR weist die einzelnen Kosten klar aus. Es ist schade, dass sich der Freistaat nun auf seine eigenen Objekte beschränkt und die Städte und Gemeinden wieder die Last einer wichtigen sozialen Aufgabe allein schultern müssen“, stellte Hans Metzenleitner fest.

Einen neuen Anlauf will die SPD-Kreistagsfraktion auch bei der Beleuchtung der Haltestellen machen. „Mit der zugesagten EU-Förderung für solarbeleuchtete Bushaltestellen zwischen Salzburg und Berchtesgaden hätten wir hier einen großen Schritt vorwärts machen können“, meinte der 3. Bürgermeister von Berchtesgaden Bartl Mittner. Er kritisierte das vorläufige Scheitern des Projekts an der fehlenden Tragfähigkeit der Bushäuschen für die Kollektoren und war sich mit seinen Fraktionskollegen darüber einig, dass möglichst bald ein neues Projekt aufgelegt werden soll.

Zu einer modernen und freundlichen Gestaltung gehöre auch noch eine bessere Einsehbarkeit der Haltstellten, meinte Roman Niederberger, der zum Ende des Treffens auch noch die Idee einer einfachen und bezahlbaren digitalen Fahrplananzeige für die Bushaltestellen im Landkreis einbrachte.

Foto: Bushaltestelle in Bischofswiesen


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