12.11.2015

Guter und bezahlbarer Wohnraum im Berchtsgadener Land

Bild: Wohnbauwerk
SPD-Kreistagsfraktion im Gespräch mit dem Geschäftsführer des Wohnbauwerks
Ihre Klausurtagung im ´Haus der Berge´ in Berchtesgaden nutzten die Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion gemeinsam mit anderen sozialdemokratischen Kommunalpolitikern zu einem Gespräch mit dem Geschäftsführer des Wohnbauwerks Berchtesgadener Land Florian Brunner. Dabei wurde deutlich, dass auch im Berchtesgadener Land trotz deutlich gestiegener Mieten der Wohnbau vor allem durch öffentliche Träger erfolgt und zusätzliche Anstrengungen notwendig sind, um die Nachfrage nach gutem und bezahlbarem Wohnraum auf Dauer zu decken.

In seinem Vortrag stellte Florian Brunner zunächst die Struktur und Geschichte des 1949 gegründeten Wohnbauwerks vor, dessen Zielsetzung der sicheren und sozial verantwortbaren Wohnungsversorgung der breiten Schichten der einheimischen Bevölkerung heute besondere Aktualität hat. Mit über 1.200 eigenen Wohneinheiten bildet das Wohnbauwerk, dessen Tätigkeitsbereich vor allem südlich der Autobahn A 8 liegt, ein wichtiges soziales Korrektiv zum privaten Wohnungsmarkt.

Lediglich 268 dieser Wohnungen sind Sozialwohnungen; trotzdem liegt die Durchschnittskaltmiete bei vergleichsweise günstigen 5,08 € je Quadratmeter. „Die Bandbreite liegt allerdings zwischen 3 und 8 Euro“, machte der Geschäftsführer deutlich. In den letzten Jahren seien vor allem die Modernisierung und energetische Sanierung sowie der barrierefreie Ausbau wichtige Themen gewesen. Als große aktuelle Projekte nannte er die Schilleralle in Bayerisch Gmain, den Artenreitweg in der Schönau und die Ahornstraße in Bad Reichenhall.

In der anschließenden Diskussion erkundigte sich der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion Hans Metzenleitner nach den derzeit vorliegende Wohnungsbewerbungen. Hier merke man deutlich den veränderten und knapperen Wohnungsmarkt, antwortete Florian Brunner. Derzeit liegen ca. 250 Wohnungsbewerbungen vor; insbesondere für Wohnungen im Bereich zwischen 50 und 75 Quadratmetern herrsche eine hohe Nachfrage.

Roman Niederberger interessierte sich für die aktuelle Neubautätigkeit im Wohnungsbereich. „Es entstehen derzeit im Landkreis jährlich ca. 250 Wohnungen, wovon 150 auf Ein- oder Zweifamilienhäuser und der Rest fast ausschließlich auf Eigentumswohnanlagen. Mietwohnungen werden fast nur durch kommunale oder genossenschaftliche Wohnbauunternehmen gebaut mit ca. 20 Einheiten pro Jahr“, führte der Geschäftsführer aus. Das Wohnbauwerk schaffe mit Projekten in der Ahorn-/Lindenstraße in Piding und An der Schanz in Bad Reichenhall ca. 37 neue Wohneinheiten in den kommenden beiden Jahren.

In der weiteren Diskussion erinnerten die SPD-Kommunalpolitiker an die durch das bayerische Justizministerium festgestellte angespannte Mietsituation in fünf Landkreisgemeinden. Eine Ursache für die relativ geringe Bautätigkeit sah Florian Brunner in den sehr hohen Standards vor allem im energetischen Bereich und hohen Baulandpreisen sowie gestiegenen Mietnebenkosten.

Im weiteren Gespräch spielte der jetzt beschlossene Ausbau der öffentlichen Wohnbauförderung und Wiederbelebung des sozialen Wohnungsbaus eine wichtige Rolle. „Wir müssen diese Fördermöglichkeiten jetzt aktiv nutzen, wenn wir die zukünftige Versorgung mit gutem und bezahlbarem Wohnraum schaffen wollen“, zeigten sich die SPD-Kommunalpolitiker überzeugt.

Der stellvertretende Landrat Helmut Fürle und seine Freilassinger Fraktionskollegen sahen eine wichtige Aufgabe darin, sowohl privates als auch genossenschaftliches und öffentliches Kapital für den Wohnbau im Landkreis zu nutzen. Sepp Angerer aus Bischofswiesen sah auch eine Chance in der Aktivierung von Grundstücken im Landes- und Bundesbesitz. „Dazu gehören gute Information über Förderungen und gemeinsames Handeln“, stellte Hans Metzenleitner zum Schluss des Gesprächs fest und kündigte einen Antrag der im Kreistag mit konkreten Vorschlägen an.

Foto: Gespräch der SPD-Kreistagsfraktion im Seminarraum des Haus der Berge
Vordere Reihe (Rückenansicht) von links nach rechts:
Michael Hangl (Kreisrat, 3. Bürgermeister Freilassing), Margitta Popp, (Kreis- und Stadträtin Freilassing), Georg Aschauer (Marktgemeinderat Berchtesgaden)
Stehend: Florian Brunner, Wohnbauwerk
Hintere Reihe von links nach rechts:
Hans Metzenleitner (Vorsitzender SPD-Kreistagsfraktion und Gemeinderat, Bischofswiesen), Roman Niederberger (Kreisrat, SPD-Kreisvorsitzender, Piding), Franz Sicklinger (SPD-Ortsvorsitzender Bayerisch Gmain), Georg Quentin (Kreis- und Marktgemeinderat Teisendorf)




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