16.10.2016

SPD Berchtesgadener Land für faire Löhne

Bild: Faire Löhne SPD BGL
Gesetz für Lohngerechtigkeit kann nur erster Schritt sein
21 Prozent: so groß ist laut dem Statistischen Bundesamt im Durchschnitt der Unterschied beim Verdienst zwischen Frauen und Männern. Der Kreisvorstand der SPD Berchtesgadener Land hat sich bei einem Treffen im Bistro „Krepfei“ in Anger mit dem jetzt auf den Weg gebrachten „Gesetz für mehr Lohngerechtigkeit zwischen Frauen und Männern“ beschäftigt, dass für mehr Fairness sorgen soll. Die heimischen Sozialdemokraten sehen darin nur einen ersten Schritt und fordern unter anderem Verbesserungen für in Zeit- und Leiharbeit beschäftigte Arbeitnehmer.

Die stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende Susanne Aigner aus Laufen stellte den vom Bundeskabinett vor kurzem beschlossenen Gesetzentwurf vor. „Es wird damit vor allem ein Informationsrecht für die Beschäftigten darüber geschaffen, wieviel auf vergleichbaren Positionen verdient wird – selbstverständlich in anonymer Form. Diese Informationen sind ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer fairen Bezahlung“, führte sie aus. Allerdings soll das Gesetz nur für Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern gelten. Damit würden zwar über 14 Millionen Menschen einen Rechtsanspruch auf Information erhalten, aber gerade im Berchtesgadener Land seien aufgrund der großen Anzahl von kleinen und mittleren Betrieben viele davon ausgenommen, ergänzte die Bad Reichenhaller SPD-Stadträtin und aktive Gewerkschafterin Güldane Akdemir.

Ihr Stadtratskollege und Sprecher der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60plus Wolf Guglhör brachte in diesem Zusammenhang die Problematik einer armutssicheren Rente gerade für Frauen in die Diskussion ein. „Der gesetzliche Mindestlohn einschließlich der fortlaufenden Anpassung war eine wichtige Weichenstellung, aber Ziel muss ein Verdienst sein, der auch im Alter vor Armut schützt. Trotz der begrüßenswerten Umwandlung von Minijobs in reguläre Beschäftigung sind gerade im Berchtesgadener Land viele Arbeitnehmerinnen davon leider weit entfernt“, stellte er fest. Zentral für eine faire Beteiligung von Frauen im Erwerbsleben sei auch ein gutes und bezahlbares Bildungs- und Betreuungsangebot in den Städten und Gemeinden, ergänzten Erika Ribes-Häusl aus Saaldorf-Surheim und Markus Aicher von der Arbeitsgemeinschaft der Schwusos. Hier sei insbesondere der Freistaat Bayern in der Pflicht, die Kommunen bei der Schaffung und Unterhaltung entsprechender Angebote zu unterstützen.

Nicht nur zwischen Frauen und Männern gelte es das Prinzip „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ durchzusetzen, sondern auch bei Zeit- und Leiharbeit, waren sich die heimischen Sozialdemokraten einig. Mit der ebenfalls auf den Weg gebrachten Beschränkung der Zeitarbeit auf maximal 18 Monate und vor allem dem Prinzip der gleichen Bezahlung nach spätestens neun Monaten sei auch hier ein erster Schritt gemacht, führte der SPD-Kreisvorsitzende Roman Niederberger aus. Für die kommende Bundestagswahl solle die SPD aber klar Farbe bekennen für gleichen Lohn vom ersten Tag an, forderte der Kreisrat aus Piding.
Die SPD tue gut daran, ihr Profil als Partei der Arbeit zu schärfen und insbesondere den Frauen ein attraktives politisches Angebot zu machen, stellte Susanne Aigner zum Schluss des Treffens fest. Um sich auch international dabei abzustimmen, kündigte sie für den 22. Oktober ein Netzwerktreffen zwischen SPÖ- und SPD-Frauen aus der Region in Laufen an, an dem auch die Europaabgeordnete Maria Noichl teilnehmen wird.

Foto: Im Gespräch über faire Löhne (von links nach rechts):
Roman Niederberger (SPD-Kreisvorsitzender, Kreisrat), Wolf Guglhör (Stadtrat Bad Reichenhall, Sprecher AG 60plus), Markus Aicher (Arbeitsgemeinschaft Schwusos), Susanne Aigner (stv. SPD-Kreisvorsitzende), Güldane Akdemir (stv. SPD-Kreisvorsitzende, Stadträtin Bad Reichenhall), Erika Ribes-Häusl (SPD Saaldorf-Suhreim), Margret Sturm-Wiersig (SPD Ainring, Gemeinderätin)


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