24.09.2017

Kosten-Nutzen Rechnung am Kehlstein

Bild: KehlsteinTeerunterbau
Noch nicht abschließend beurteilt werden kann dabei die planerisch auch nicht einkalkulierte Entsorgung von mehr als 20 000 to belastetem, organischem Material von den Banketten und Randstreifen der Wege in Chemnitz. Da sind die Staatsforsten natürlich auch dankbar für die vom Gutachter ebenfalls nicht erkannte Tatsache, dass die tragende Schotterschicht im Wegeaufbau der Kehlsteinwege gar nicht belastet ist und deshalb nicht entsorgt werden muss, sondern für den Aufbau der neuen Sandstraßen genutzt werden kann. Lediglich eine darüber liegende belastete, feine Sandschicht, die unmittelbar unter der Teerschicht lag, muss abgesaugt und entsorgt werden.
Mit dem Kenntnisstand von heute hätte man von Anfang an eine billige Sanierung der kontaminierten Wege dadurch erreichen können, dass man lediglich die Teerdecke oberflächlich mit Asphalt abdeckt. Denn die vom Gutachter aufgrund falscher Annahmen festgestellte Gefahr der Grundwasserverunreinigung durch die seitliche Durchspülung des Straßenaufbaus durch Hangwasser bestand nie. Die belastete Sandschicht unter der Teerdecke wurde in den letzten 80 Jahren nicht ausgespült und würde auch weiterhin dort verbleiben, da Sickerwasser im Straßenkörper bekanntlich nach unten abfließt. Man hätte sich bei der Sanierung der Wege viele Millionen sparen können!
Aber kein Schaden, wo nicht auch ein Nutzen ist! Wichtig ist jetzt die Erkenntnis, dass aufgrund der Tatsache, dass der Schotter im Straßenaufbau sauber ist, auch für die ebenfalles mit Teer gedeckte Kehlsteinstraße keinerlei Sanierungsmaßnahmen erforderlich werden, weil dort die belastete Teerschicht in der Vergangenheit bereits mehrfach mit Asphalt gedeckt wurde und damit dort von der giftigen Teerschicht eigentlich keine Gefahr mehr ausgehen kann. Eine Sanierung nach dem Muster der Kehlsteinwege mit Ausbau der Teerschicht wäre wohl mit einem mindestens einjährigen Nutzungsausfall der Straße verbunden gewesen. Auch für den ebenfalls im Zuständigkeitsbereich der Berchtesgadener Landesstiftung liegenden giftigen Teerweg, der im Dalsenwinkl zum Kehlstein hinaufführt, besteht jetzt die Aussicht auf eine kostengünstige Sanierung durch Auftragen einer oberflächigen Asphaltschicht. Dies wird den Vorteil haben, dass künftig wenigstens vier der insgesamt 17 km des historischen Kehlsteinwegenetzes in ihrer ursprünglichen Form erhalten werden können.



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