24.04.2013

Der öffentliche Nahverkehr hat Zukunft

Bild: Besuch RVO
SPD besucht Berchtesgadener RVO-Niederlassung
Zusammen mit den Fraktionssprechern der SPD Hans Metzenleitner aus Bischofswiesen und Bartl Mittner aus Berchtesgaden, besuchte SPD-Landtagskandidat Roman Niederberger die Niederlassung des Regionalverkehrs Oberbayern (RVO) im Stangenwald in Bischofswiesen. Alle im Berchtesgadener Land sprechen in der Regel von den roten Bussen der RVO, so erläuterte Niederlassungsleiter Andreas Datz , aber eigentlich heißt das Unternehmen hier ja bereits seit 2009 DB Bahn Oberbayernbus. Es gehört organisatorisch zur DB Regio Bus, die bundesweit die Geschäfte der Bahn im Busverkehr führt und über die größte Busflotte in Deutschland verfügt. Die zu Grunde liegende Geschäftsidee war die Herstellung eines flächendeckenden Bahn-Bus-Verbunds.

Im Berchtesgadener Land beschäftigt die örtliche Niederlassung saisonabhängig 65 – 70 Mitarbeiter und befördert jährlich über 2 Millionen Fahrgäste mit 51 Bussen auf 550 Streckenkilometern bei einer Gesamtfahrleistung von 1,9 Millionen Kilometern. Zusätzlicher Bedarf wird mit Hilfe örtlicher Busunternehmen abgedeckt. Bedauerlicherweise war das Angebot der Niederlassung, die Zusammenarbeit auch auf die örtliche Taxizentrale in Berchtesgaden auszuweiten dort nicht von Interesse. Die enge Vertaktung des Fahrplans von Bus und Bahn ist im Sommerfahrplan gelungen, im Winterfahrplan ist dies schwieriger und nach wie vor noch nicht völlig gelungen. Grundsätzlich gilt für das Unternehmen, dass der Betrieb auf allen Strecken wirtschaftlich sein muss.
Auf Nachfrage von Hans Metzenleitner zur Zusammenarbeit mit der Berchtesgadener Land Bahn und dem Verkehrsverbund Salzburg erläuterte Andreas Datz, dass dies in vorbildlicher Weise verwirklicht werden konnte. Bestes Beispiel ist das seit 2011 eingeführte DB Tagesticket, mit dem zu einem Preis von 12 Euro Busse und Bahn im gesamten Berchtesgadener Land und im Tarifgebiet des Salzburger Verkehrsverbunds genutzt werden können.

Für Roman Niederberger war es wichtig zu wissen, wie erfolgreich sich die seit 2 Jahren gegebene Möglichkeit der kostenlosen Busbenutzung mit der Kurkarte auf die Reduzierung des Individualverkehrs ausgewirkt habe. Dies sei sicherlich eine richtige Entscheidung gewesen, so Andreas Datz, denn seit Anerkennung der Kurkarte als Fahrticket im südlichen Landkreis, aber auch in Bad Reichenhall, Bayerisch Gmain, Piding und Inzell habe man dort 30 % mehr Fahrgäste. Man hat berechnet, dass damit die Kohlendioxid–Emissionen um 7500 Tonnen reduziert werden konnten, eine für ein heilklimatisches Kurtgebiet beachtliche Größe. Wünschenswert sei es noch, in der Nähe von Bahn- und Busbahnhof mehr kostenfreie Parkplatzangebote zu schaffen, um noch mehr auch Individualfahrer zum Umsteigen zu ermutigen.

Bartl Mittner wollte wissen, ob das Busfahren nicht durch noch bessere Angebote z.B. für Jugendliche, Familien und Senioren und auch durch bessere Kundeninformation an den Haltestellen attraktiver gemacht werden könnte. Hier war es interessant, zu hören, dass das eindeutige Ergebnis entsprechender Untersuchungen im öffentlichen Personennahverkehr belegt, dass nicht die preisliche Attraktivität des Angebots entscheidend für die Nutzung des ÖPNV ist, sondern vor allem das gute Angebot der Verbindungen. Zur Verbesserung der Kundeninformation wäre es natürlich wünschenswert, an allen Bushaltestellen, ähnlich wie an Bahnhöfen, die laufende Aktualisierung der Verbindungen als Haltestellenansage zu vermitteln. Dies sei aber einfach zu teuer und im besten Fall an den Busbahnhöfen realisierbar.

Hans Metzenleitner kritisierte die nach wie vor unbefriedigende Situation an vielen Haltestellen in Bezug auf die Beleuchtung von Straße und Fahrplan, aber auch auf den Wetterschutz. Aber auch dort, wo es Wartehäuschen gebe, stellt sich die Frage, ob die immer noch vorhandenen Holzhäuschen im „alpenländischen Stil“ noch zeitgemäß und funktional sinnvoll sind. Andreas Datz bestätigte, dass es für Busfahrer bei Dunkelheit oft schwierig sei, überhaupt zu erkennen, ob sich ein Kunde an der Bushaltestelle aufhalte. Wünschenswert seien an allen Bushaltestellen beleuchtete Wartehäuschen aus Glas mit einer Fahrplanbeleuchtung. Dies sei z.B. vorbildlich im Tourismusverband Tennengau gelungen, der solche Häuschen mit integrierter, Solarzellen gestützter Stromgewinnungsanlage in seinem Zuständigkeitsbereich flächendeckend eingerichtet hat. Die Finanzierung der gesamten Maßnahme erfolgt weitgehend durch Werbeeinnahmen aus vermieteten Werbeflächen in den Häuschen. Man kann die Kommunen diesseits der Grenze nur ermutigen, sich daran ein Beispiel zu nehmen.


Bild:
RVO-Niederlassungsleiter Andreas Datz (2. von links) erläutert seinen Gästen (von links: Hans Metzenleitner, Roman Niederberger und Bartl Mittner) das BGL-Tagesticket für Bus und Bahn


Öffentliche Verkehrsmittel Hans Metzenleitner Roman Niederberger 

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