17.07.2013

Paralympics-Siegerin Verena Bentele zu Sport und Inklusion

Bild: Bentele Bischofswiesen
Gut besuchte Veranstaltung in Bischofswiesen
Sport und Inklusion: diese Themen standen im Mittelpunkt eines Diskussionsabends mit der zwölffachen Siegerin der Paralympics und vierfachen Weltmeisterin Verena Bentele, zu der die SPD am vergangenen Mittwoch in den "Brennerbräu" in Bischofswiesen eingeladen hat. Die Germanistin, die als Spitzensportlerin Erfolge im Langlauf und Biathlon feiern konnte und unter anderem als Weltbehindertensportlerin des Jahres 2011 geehrt wurde, gehört zum Beraterteam des SPD-Spitzenkandidaten Christian Ude und erwies sich in ihrem Vortrag und der anschließenden Diskussion als schlagfertig, humorvoll und kompetent.

Hans Metzenleitner konnte als Vertreter des SPD-Ortsvereins Berchtesgadener Land-Süd neben Verena Bentele die heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Bärbel Kofler und als Moderator den Kreisvorsitzenden und Landtagskandidaten Roman Niederberger begrüßen. Ein politisch aktiver Mensch könne aus dem Sport viele Dinge lernen: mit Niederlagen und Siegen umgehen zu lernen seien nur zwei davon, meinte Bärbel Kofler. Inklusion bedeute für sie, nicht Menschen mit Behinderung zuerst auszugrenzen und dann zu integrieren, sondern sie von Anfang an am gesamten gesellschaftlichen Leben teilhaben zu lassen - auch in Sport und Politik.

Verena Bentele konnte zunächst einen Freund und sportlichen Weggefährten im Publikum begrüßen: den Rennrodler und Olympiasieger Alexander Resch. Danach machte sie sich in ihrem Vortrag stark dafür, die Chancen des Sports für ein gutes Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung zu nutzen und konnte dazu aus ihrem eigenen Leben viele positive Beispiele benennen. Konkret forderte sie, bereits in der Schule einen gemeinsamen Sportunterricht umzusetzen. "Man darf Leistungen nicht nach absoluten Zahlen bemessen, sondern nach den Verbesserungen, die jeder Einzelne nach seinen Möglichkeiten erreichen kann".

Die Biathletin und Skilangläuferin, die vor kurzem als erster blinder Mensch den Mount Meru im Kilimanjaro bestiegen hat, setzte sich auch für eine bessere Unterstützung des paralympischen Sports ein. Wenn es selbstverständlich sei, dass Bundeswehr und Polizei ihre Beschäftigten für den Spitzensport freistellen, solle dies auch für Spitzensportler mit Behinderung gelten.

Keine Überraschung war für die Diskussionsteilnehmer, dass Verena Bentele sich klar für die Bewerbung 2022 für die Olympischen und Paralympischen Spiele aussprach. Sie habe das große Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung aller Nationen bei den Spielen sehr positiv erlebt, weswegen sie klar hinter der neuen Bewerbung der Landeshauptstadt München und ihrer Partner steht.

Zur Eröffnung der Diskussion sprach Roman Niederberger an, dass Inklusion auch jenseits des Sports ein wichtiges Thema des Alltags sei. Er erinnerte an den Einsatz der heimischen SPD für barrierefreie Wohnungen und öffentliche Verkehrsmittel. Die Inklusion im Bildungsbereich sprach dann als erster Diskussionsteilnehmer der Bischofswieser Gemeinderat Werner Vietze an. Er warnte davor, die bewährten Einrichtungen wie die Heilpädagogischen Zentren abzubauen. Verena Bentele und auch Hans Metzenleitner stimmten ihm klar zu: "Wir benötigen weiterhin dringend deren Kompetenz und langjährige Erfahrungen", waren sie sich einig. Keinesfalls dürfe Inklusion im Bildungsbereich ein Sparmodell zu Lasten der Menschen mit Behinderung werden.

In der weiteren Diskussion ging es neben politischen Inhalten auch um ganz praktische Themen. So beantwortete Verena Bentele die häufig an sie gerichtete Frage, wie ein blinder Sportler beim Biathlon zielen kann. Mithilfe eines akustischen Signals können sich die sehbehinderten Athleten beim Schießen orientieren, erklärte sie. Auch die Frage nach der Erkennung und Förderung von sportlichen Talenten bei Menschen mit Behinderung und der beruflichen Zukunft nach dem aktiven Spitzensport wurde angesprochen.

Zum Abschluss der Veranstaltung rief Hans Metzenleitner dazu auf, für den Wechsel bei der Landtagswahl am 15. September zu arbeiten, damit auch bei den Themen Sport und Inklusion mehr Schwung in die bayerische Politik kommt.

Bildunterschrift: v.l.: Dr. Bärbel Kofler, MdB, Güldane Akdemir, Bezirkstagskandidatin und Stadträtin Bad Reichenhall, Roman Niederberger, SPD-Kreisvorsitzender und Landtagskandidat Berchtesgadener Land, Verena Bentele, Hans Metzenleitner, SPD-Ortsvereins Berchtesgadener Land-Süd

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