13.02.2014

Högltunnel ist machbar und finanzierbar

Bild: Högltunnel_2014
SPD-Kreistagsfraktion im Gespräch mit Bürgerinitiative
Die SPD-Kreistagsfraktion informierte sich beim „Aktionsbündnis Högltunnel“ über den aktuellen Planungsstand zur Sanierung und zum Ausbau der Autobahn A 8. Der Vorsitzende des Bündnisses Günter Wolf erläuterte den Kreispolitikern anhand der neuesten Planungsunterlagen, dass sich die Kosten für den Bau eines Högltunnels entgegen ursprünglicher Schätzungen auf 475 Millionen Euro halbierten. Für die SPD und ihren Landratskandidaten Helmut Fürle sind diese Zahlen eine Steilvorlage, sich nun erst recht für die landschaftsverträglichste, bürgerfreundlichste und auf lange Sicht nachhaltigste Lösung einzusetzen. SPD-Fraktionssprecher Hans Metzenleitner warb nun für ein breites politisches Bündnis, um unter Berücksichtigung der Teisendorfer Belange die Tunnellösung voranzubringen.


„Von Anfang an war die SPD aus landschaftsökologischen Gründen und zum Schutz der lärmgeplagten Anrainer entlang der Autobahn A 8 für den Högltunnel“, stellte Fraktionssprecher Hans Metzenleitner fest. Ein diesbezüglicher SPD-Antrag fand vor gut drei Jahren allerdings keine Mehrheit im Kreistag. Eine solche Maßnahme ließe sich nie finanzieren, hieß es aus den Kreisen der CSU. „Diese Einschätzung gegen einen Högltunnel stand aber schon damals auf ziemlich wackligen Füßen“, erklärte der Vorsitzende des Aktionsbündnisses, Günter Wolf, den Kreistagsvertretern und dem SPD-Kreisvorsitzenden Roman Niederberger. Nach der neuesten Expertise, ausgearbeitet von einem europaweit renommierten Planungsbüro, sehe sich die SPD-Fraktion jedoch klar bestätigt, dass für eine Generalsanierung der A 8 eine Verlegung zwischen Anger und Landesgrenze in einen Tunnel nicht nur notwendig und machbar, sondern auch finanzierbar sei.
Die bisherige Debatte rund um den Planungsdialog beschränkte sich vor allem auf die Alternative, die Bestandstrasse der Autobahn auszubauen oder auf die Nordumfahrung um Piding entlang des Högl zu setzen. Dabei ging es um die verschiedensten
Ausbauvarianten - von einer Einhausung, über eine geschlossene Troglage bis hin zur offenen Tieferlegung – von kilometerlangen Ausbaumaßnahmen bis hin zu kostengünstigen, aber wenig effektiven kurzen Schutzbauten. Auch war dabei deutlich erkennbar, dass im Verlauf des Planungsdialogs die Standards bezüglich eines notwendigen Lärm- und Immissionsschutzes beständig nach unten gerückt wurden. Die Gefahr, sich mit einer für Mensch und Natur verheerenden Billiglösung abspeisen zu lassen, sei nicht von der Hand zu weisen, befürchtete Günter Wolf.
Mit den neuen Berechnungen des auf Tunnelbau spezialisierten Freilassinger Planungsbüros ergäben sich nun allerdings völlig neue Gesichtspunkte. „Anstatt der bisher sehr großzügig geschätzten 945 Millionen Euro für über acht Kilometer Tunnel errechneten die Ingenieure für einen verkürzten sechs Kilometer langen Tunnel nur mehr 475 Millionen Euro“, erläuterte der Vorsitzende. Vor allem die Herausnahme des geologisch instabilen westlichen Teilstückes aus dem Tunnelprojekt sei hauptverantwortlich für die Kostenreduzierung. Somit liege die Tunnelvariante kostenmäßig nur mehr wenig über den Kostenansätzen der Ausbauvarianten entlang der Bestandstrasse. Alle Varianten mit einem qualitativ halbwegs vertretbaren Lärmschutz verursachten Kosten zwischen 350 und 410 Millionen Euro, allerdings mit dem gravierenden Nachteil eines riesigen Flächenverbrauchs in einem touristisch und landwirtschaftlich wertvollen Gebiet.
„Das bisherige Top-Argument der Nicht-Finanzierbarkeit eines Högltunnels sticht nicht mehr“, freute sich der stellvertretende Landrat Helmut Fürle. SPD-Kreisvorsitzender Roman Niederberger verwies auf einen weiteren Vorteil: „Nur mit einer Verlegung der A 8 unter den Högl werden alle Autobahnanrainer, von Anger über Aufham und Jechling nach Piding, gleichermaßen gut geschützt.“ Somit ließen sich auch die bisher konträren Vorstellungen der drei Bürgerinitiativen bündeln und auf ein gemeinsames Ziel hin ausrichten. Und der gigantische Landschaftsverbrauch landwirtschaftlicher Flächen bei einer Nordumfahrung Pidings könne somit verhindert werden, ergänzte Dieter Schäfer aus Piding.

Fraktionssprecher Hans Metzenleitner kündigte abschließend an, dass sich die SPD weiterhin klar für die Tunnelvariante aussprechen werde, weil sie gegenüber allen anderen Varianten deutliche Vorteile aufweise. Gerechnet auf eine Nutzungsdauer von wiederum 80 bis 100 Jahren spielten die mittlerweile nur mehr geringen Mehrkosten keine entscheidende Rolle. Er hoffe, dass angesichts der neuen finanziellen Rahmenbedingungen sich ein breites politisches Bündnis schmieden lasse, das sich für die verträglichste Lösung einsetze. Selbstverständlich gelte es dabei die berechtigten Einwände und Befürchtungen der Gemeinde Teisendorf, auf deren Hoheitsgebiet ein Teilstück einer neuen A 8 verlaufen würde, zu berücksichtigen.



Kreistagsfraktion Hans Metzenleitner Helmut Fürle Roman Niederberger 

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