03.11.2014

Mischstruktur erhalten, Gewerbe stärken, Innovationen unterstützen

Bild: SPD WFG 2014
SPD-Kreistagsfraktion im Gespräch mit der Wirtschaftsförderung BGL
An einem ungewöhnlichen Ort hat sich vor kurzem der Leiter der Wirtschaftförderungsgesellschaft Dr. Thomas Birner und sein Mitarbeiter Lars Holstein mit der SPD-Kreistagsfraktion zu einem Meinungsaustausch getroffen. In der Begegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt im Pidinger Haus der Vereine berichteten die Wirtschaftsförderer über ihre Tätigkeit und diskutierten mit den Sozialdemokraten über die Wirtschaftspolitik im Kreis.

In seiner Begrüßung bedankte sich der Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion Hans Metzenleitner für die Möglichkeit, sich in den Räumen der Arbeiterwohlfahrt zu treffen und erinnerte an die große Bedeutung, die der Sozial-, Gesundheits- und Pflegebereich für die Wirtschaft im Berchtesgadener Land hat.

Thomas Birner knüpfte in seinem Vortrag daran an und erinnerte an die sehr gemischte Wirtschaftsstruktur des Landkreises. „In der Finanz- und Wirtschaftskrise hat sich das als Vorteil erwiesen. Während andere oberbayerische Landkreise besonders von der Automobilindustrie oder anderen Einzelbranchen abhängig sind, gibt es im Berchtesgadener Land eine Reihe von Standbeinen: vom Tourismus und Handel über die produzierende Wirtschaft bis zum Gesundheitsbereich“, führte der Geschäftsführer aus.

Aufgabe der WFG sei es auch, diese stabile Struktur auf Dauer zu sichern. Dies geschehe durch eine aktive Bestandspflege, intensive Gründungsberatungen, die Unterstützung von neuen Unternehmensansiedlungen und die Unterstützung bei der Beantragung von Fördermitteln. Als besondere Herausforderungen benannte der Wirtschaftsförderer den deutlichen Fachkräftemangel in der Region.

Auf Nachfrage des Kreisrats und SPD-Kreisvorsitzenden Roman Niederberger definierte Thomas Birner den aus seiner Sicht bestehenden Mangel genauer: vor allem fehle es an geeigneten Bewerbern im technischen und naturwissenschaftlichen Bereichen und bei akademischen Berufen. „Wir müssen bereits in den Schulen darstellen, dass es im Berchtesgadener Land eine Reihe von international erfolgreichen Unternehmen mit sehr attraktiven Arbeitsplätzen in diesem Bereich gibt“, stellte er dar.

Um diesen Erfolg weiter zu stärken, wurden Unternehmen erfolgreich bei der Förderung durch das europaweite Projekt „Horizon 2020“ unterstützt und viele Betriebe aus dem Handel und Tourismus durch die Fortbildung im Rahmen des eBusiness-Lotsen SüdOstBayern gefördert. Hans Metzenleitner erkundigte sich nach dem ebenfalls von der WFG begleiteten Projekt SANSIBAS, mit dem Güter auf die Bahn verlagert werden sollen.

Es ginge nicht darum, das Rad neu zu erfinden, sondern um die Aktivierung früher bereits bestehender Lieferwege, erklärte der WFG-Geschäftsführer. In dem Anschlussprojekt zu dem aus INTERREG-Mitteln geförderten RegioNet gehe es um Information und Bündelung von Transportwegen, um auch für kleinere Unternehmen den Transport über die Schiene wieder attraktiver zu machen.

Georg Quentin aus Teisendorf war ein besonderes Anliegen der Ausbau der Breitbandversorgung. Thomas Birner warnte hier zwar vor überzogenen Erwartungen vor allem hinsichtlich der Kosten für die einzelnen Nutzer, sah aber in einem guten und flächendeckenden schnellen Internetangebot einen wichtigen Standortfaktor für die Zukunft.

Zum Abschluss des Gesprächs waren sich die sozialdemokratischen Kreisräte mit dem WFG-Geschäftsführer darüber einig, dass für die zukünftige Entwicklung eine bessere Abstimmung der Wirtschafts- und Gewerbepolitik von entscheidender Bedeutung sein wird.

Foto: Die SPD-Kreisräte im Gespräch mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (von links nach rechts):
Hans Metzenleitner (Bischofswiesen, Sprecher SPD-Kreistagsfraktion), Roman Niederberger (Piding, SPD-Kreisvorsitzender), Georg Quentin (Teisendorf), Dr. Thomas Birner (WFG), Michael Hangl (Freilassing), Helmut Fürle (Freilassing, stv. Landrat)


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